Mittwoch, 28. November 2012

Ökologischer Holocaust

In meiner Generation haben wir als Jugendliche unsere Großeltern gefragt, wie sie den Holocaust an den jüdischen Mitbürgern erlebt haben. "Was hast du mitbekommen?", "Hast du nicht nachgefragt?", "Hast du nichts gesagt?", "Hast du nichts unternommen?". Solche und ähnliche Fragen haben wir gestellt. Und hatten die Erwartung oder Hoffnung, dass unsere Vorfahren mutige Menschen mit Zivilcourage gewesen wären. Enttäuschung dann, dass sie keine Aktivisten, dass sie nicht im Widerstand waren. In der moralischen Überlegenheit der Jugend meinte ich, dass es angesichts des unvorstellbaren Ausmaßes des Holocausts notwendig gewesen sei, alles zu unternehmen, um das Ganze zu verhindern, notfalls in den Untergrund zu gehen. Was auch immer, aber auf jeden Fall diese ganze Vernichtungsmaschinerie nicht zu unterstützen.

Heute denke ich, was wird uns die nächste Generation fragen über den ökologischen Holocaust?
"Hast du nichts mitbekommen?" Von der Vernichtung der Erde, der Vergiftung des Wassers, der Vergasung der Atmosphäre? Es stand doch überall, es war doch überall bekannt.
"Hast du nichts gesagt, nichts unternommen?" Nicht dein Leben geändert, nicht die Veränderung des alles verschmachtenden Systems versucht?

Schöpfungsspiritualität beinhaltet auch ethisch-ökologische Verantwortung. Einer Verantwortung, die wir den kommenden Generationen gegenüber haben.
Ich denke, wir müssen heute handeln, damit wir dieser Verantwortung gerecht werden können. Nur dann können wir den Fragen unserer Enkel gute Antworten geben, uns ver-antworten.