Dienstag, 15. Januar 2013

Gott hat viele Gesichter


Letztes Wochenende war ich auf einem Treffen von Visionssucheleitern und –leiterinnen. Früher hätte ich vieles von dem, was ich dort erlebt habe, vermutlich als esoterisch abgetan. Aber heute kann ich sagen, dass ich echt beschenkt wurde. Ich habe dort eine Gemeinschaft und einen Umgang miteinander erlebt, wie ich es bisher nur zwei- bis dreimal in christlichen Gemeinschaften erlebt habe. Für mich ist das dort Ausdruck des einen oder der einen Schöpfergottes oder -göttin. Die oder der sich wahrscheinlich einen Dreck drum kümmert, mich welcher Vokabel wir seinen Namen belegen. Hauptsache wir agieren in seinem oder ihrem Geist. Davon will ich erzählen.
·       von einer Gemeinschaft, in der alle versuchen, achtsam und von Herzen miteinander umzugehen. Die davon getragen ist, eine schöpfungsbewahrende, liebevolle, wertschätzende Art des Miteinanders zu leben und weiter zu geben.
·       von einer Gemeinschaft ohne Hierarchie. Alle, und das sind fast 70 Personen, sitzen im Kreis auf dem Boden. Es gibt ModeratorInnen, NetkeeperInnen, SchwellenhüterInnen, Älteste,.... Aber es gibt keinen Chef, keinen Leiter, keinen Vorstand. Alles wird im Kreis besprochen, Konflikte (die es auch gibt) werden im Kreis ausgetragen. Es wird im Kreis entscheiden. Das Council ist für mich eine der ganz großen Entdeckungen.
·       von einer sinnlichen, körperlichen Atmosphäre. Ich war auf einem Kuschelworkshop, habe das neu gelernt und mit wildfremden Männern und Frauen gekuschelt. Absichtslos!!! Das hat die ganze Zeit dort verändert, überall Umarmungen, Berührungen, Anlehnungen.
·       von vielen kleinen Achtsamkeiten. Ich habe gesehen, dass bei jedem Licht, das angezündet wird, eine Widmung oder ein Herzenswunsch für die Gemeinschaft  gesprochen wird. Ich habe erlebt, dass Themen nicht vertagt, sondern gehütet werden. Ebenso werden besondere Gegenstände nicht verstaut, sondern gehütet.
·       Ich habe eine tiefe, erdhafte, weibliche Urkraft gespürt. Habe gehört von einem Rad der 13 Großmütter. Das Suchen und Einfordern von intuitivem weiblichen Wissen für den Kreis.

Ich könnte noch mehr Worte machen, aber es wird mir nicht besser gelingen, das, was ich erlebt habe, zu beschreiben. Leider. Oder auch gut so. Das Wesentliche und wirklich Wichtige lernt man und frau mit dem Herzen.
Manches Mal dachte ich, so muss es bei Jesus und den ersten Gemeinden gewesen sein. Für mich ist das Erlebte wie eine weitere Facette des Gesichtes Gottes. Nicht, dass ich alles glaube, was Einzelne dort als Welt- und Glaubensbild vertreten. Ich bin theologisch in vielem anderer Meinung. Aber das ist nicht so wichtig. Ich bin beschenkt worden. Bin inspiriert. Bin entschlossen, vieles, was ich dort bekommen habe, in meinem Leben, meiner Familie, meiner Gemeinschaft und meiner Arbeit umzusetzen.
DANKE.