Sonntag, 11. August 2013

Aug in Aug mit den wilden Tieren


Ich habe lange nichts gepostet, ich glaube, weil ich so viel draußen war, ich habe geschaut und gelernt  und gestaunt und gelebt. Nun aber will ich wieder teilen, mich mitteilen.
Eine große Sache in letzter Zeit ist die zunehmend intensive Begegnung mit wilden Tieren. Früher kannte ich die meisten Tiere in freier Wildbahn nur vom Wegrennen. In der Wildnisschule habe ich zwei Techniken gelernt, die es erlauben, näher mit den wilden Tieren in Kontakt zu kommen: Fuchsgang und Weitwinkelblick.
Fuchsgang lehrt, sich langsam und aufmerksam wie ein Fuchs beim Schnüren zu bewegen. Es ist noch nicht schleichen, sondern eine Vorform. Sich so durch das Gelände zu bewegen, dass ca. alle drei Sekunden ein Schritt erfolgt und der Oberkörper dabei ruhig bleibt.
Dazu kommt der Weitwinkelblick, oder auch das weiche periphere Sehen genannt, welches im Gegensatz zum fokussierten Sehen steht. Jäger und Räuber haben die Augen vorne, um mögliche Beutetiere zu fokussieren. Sie gehen und sehen mit einer (mörderischen) Absicht und einem Ziel umher und fokussieren (screenen) einzelne Punkte in ihrer Umgebung. Diese Präsenz ist spürbar. Fluchttiere, die die Augen an der Seite haben, können auf jeder Seite bis zu 180° im Überblick behalten. Sie nehmen jede noch so kleinste Bewegung wahr, können aber nicht fokussieren.
Ich habe gelernt – und lerne immer noch – mich mit Fuchsgang und Weitwinkelblick durch die Natur zu bewegen. So störe ich weniger, bin energetisch weniger spürbar, fast unsichtbar.
Seitdem hatte ich so viele Tierbegegnungen. Im März ein Hase, der bis auf sieben, acht Meter an mich ran gekommen ist und sich ganz entspannt geputzt hat. In Schweden eine Elchkuh, die ich ca. 40 Meter entfernt aus den Augenwinkeln gesehen habe. Ich stand gegen den Wind, ganz ruhig und sie ist bis auf ca. 15 Meter an mich ran gekommen. Dann hat sie die Stimmen der Männergruppe gehört und ist langsam abgedreht. Anderthalb Minuten später habe ich sie dann auch gehört.
Und dann die Rehe an meinem Sitzplatz hinten zwischen Garten und Feldmark. Sie kommen auch jetzt im Sommer in den Garten. Letztens sind sie drei Meter an mir vorbei in den Garten. Haben kurz einen Schreck bekommen, als sie etwas Wind von mir bekommen haben, dann haben sie sich aber 20 Meter entfernt von mir zum Wiederkäuen hingelegt. Fast eine Stunde haben wir so nebeneinander verbracht. Es kam mir vor wie ein Wunder.

Also. Es funktioniert. Ich fühle mich echt beschenkt.