Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Sprache der Einheimischen


In dem, wie ich Schöpfungsspiritualität mittlerweile verstehe, geht es auch um das „Einheimischwerden“.
Als wir die erste Einheit in der Wildnisschule hatten, wurde uns ein Einheimischentest mit 110 Fragen vorgelegt. Davon konnte ich 46 Fragen gar nicht beantworten, ich wusste nicht  mal, dass man so Fragen überhaupt stellen kann. „Wie viele halbhohe Büsche, Hecken und Sträucher gibt es in 100 Meter Umkreis um deine Wohnung? Wer lebt da? Wer pflanzt sich da fort? Wer jagt da? Wann? Zu welcher Tages- oder Nachtzeit? Zu welcher Jahreszeit?“ Ich sehe die Hecke in meinem Garten fast jeden Tag, aber ich konnte keine der Fragen beantworten. Ich hatte nie darauf geachtet. Dabei sind das meine nächsten Nachbarn.
Die zweite Einheit der Wildnisschule ging über die „gefiederten Freunde“. Da habe ich angefangen, erste Vogelstimmen unterscheiden zu können. Am liebsten war mir der Buchfink. Die einzelnen Laute seines Gesanges kann man kaum nachmachen, aber die Satzmelodie seines Liedes geht fast immer so: „Ich, ich, ich schreib an die Regierung!“ Mit Überschlag am Ende. Wenn du es einmal gehört hast, dann erkennst du es dauernd. Überall Buchfinken.
Nach der Wildnisschule war ich in Schweden zur Visionssuche. Schweden ist mir immer noch ei n fremdes Land. Ich kenne die Sprache nicht, habe kein Gefühl für die Währung und keinen Kontakt zu den Menschen dort. Ich bin echt fremd. Aber als ich dort im Base Camp saß konnte ich auf einmal die Einheimischen verstehen: „ich, ich, ich schreib an die Regierung!“ Wow, ich konnte schwedische Buchfinken verstehen! Ich konnte die Sprache der Einheimischen verstehen.