Mittwoch, 26. Oktober 2016

Evolutionäre Kraft in der Schöpfungsgeschichte

Die Schöpfungsgeschichten unserer Heiligen Schriften immer wieder mit neuen Augen zu lesen bringt für mich immer wieder spannende Details hervor. So zum Beispiel, dass in unseren Überlieferungen der Erde eine eigene, schöpferische, evolutionäre Kraft zugeschrieben wird. Die meisten kennen das Wort: „Und Gott* sprach: es werde Licht.“ Dies ist Schöpfung aus dem Nichts (lat. Creatio ex nihilo). Etwas wird, weil Gott* es so will. Aber es wird auch eine andere Art von Schöpfungsgeschehen beschrieben. Gott* sprach: „Die Erde bringe hervor grünes Kraut“. Die Pflanzenwelt entsteht also aus der Erdkraft selbst.
Diese Darstellung passt sehr gut zu unseren heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Evolution.


Ich halte eine kleine Vorrede zum Gebrauch des Wortes Gott*für nötig. Ich weiß, dass das Wort Gott sehr ambivalent ist. Es ist so oft gebraucht und missbraucht worden, dass ich am liebsten ein anderes Wort hätte. Aber ich finde kein besseres. Aber ich möchte auf keinen Fall dieses Wort so benutzen, als hätte ich Deutungshoheit darüber. Gott ist für mich als Vater, Mutter, Gott, Göttin, Christus, Bruder, und in vielen anderen Sprachbildern erkennbar. Deshalb schreibe ich Gott* mit Sternchen, um darin all diese Vielfalt auszudrücken. Und ich rede von Gott* immer so, wie ich ihn/sie/es heute verstehe. Das ist anders als mein Verständnis gestern und morgen werde ich vermutlich noch ein anderes Verständnis haben.

Deshalb soll jede und jeder dieses Wort Gott* durch ihre oder seine Brille sehen.