Mittwoch, 9. November 2016

Schöpfungsgeschichten: Mann-Frau

Im Wesentlichen finden wir am Anfang der Heiligen Schriften zwei Schöpfungsgeschichten. In beiden wird die Erschaffung / Entstehung des Menschen beschrieben.
In der ersten Geschichte in Genesis 1 heißt es in Vers 27: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild,...., als Mann-Frau schuf er sie.“ Wir lesen das immer schon durch die Brille unserer biploaren Geschlechtervorstellung. Es ließe sich aber auch weiter verstehen. Mensch ist Mann-Frau. In jeder Entität Mensch ist Mann und Frau, oder männlich und weiblich. Und möglicherweise auch Zwischenformen und Unentschiedenes. Ich finde es so toll an den Heiligen Schriften, dass sie, je nach fortschreitendem Bewusstheitsgrad immer wieder Anhaltspunkte für das neue Denken liefern.
Auch in der zweiten Schöpfungsgeschichte wird beschrieben, wie Mensch-Frau aus der Rippe von Mensch-Mann-Frau gemacht wird. So wird deutlich, dass Mensch-Mann und Mensch-Frau aus dem gleichen „Urstoff“ gemacht sind, aufeinander bezogen sind. Aber dass da auch eine Unterschiedlichkeit ist. Und eine besondere Beziehung, dass sich nämlich Mensch-Mann zu Mensch-Frau hingezogen fühlt. Ein anderes Wort für hinziehen ist attractore. Hier wir die Attraktivität zwischen Mann und Frau angesprochen. Bei allem Positiven an der Gender-Forschung finde ich, könnte zukünftig theologisch mehr an der Attraktivität zwischen Mann und Frau geforscht werden.

Die biblischen Texte bieten Ansätze dafür, dies in die Schöpfungsspiritualität einzubeziehen.