Mittwoch, 16. November 2016

Wider die Wetter-Beschimpfer*innen

So viele Menschen, die ich kenne, schimpfen über das Wetter. Die meisten so gelegentlich, als Small Talk oder Gesprächsaufhänger. Ich kenne aber auch ein paar Leute, bei denen das richtig üble Charakterzüge angenommen hat. Die sich von ihrer Einstellung von vermeintlich schlechtem Wetter so beeinflussen lassen, dass sie regelrecht in Depressionen versinken und das tagelang. Selbst wenn Leute das Wetter gut finden, dann meist nicht zu lange, dann finden sie es auch wieder schlecht. Oder sie schimpfen, dass dies vermeintlich gute Wetter sowieso nur die Ausnahme sei. Vor kurzem habe ich einen Facebookeintrag gelesen von einer Christin, die einen Brief an das Wetter geschrieben hat, wie schlecht es sei. Es sei so kalt und nass geworden, dass sie, diese Frau, nicht mehr ihre geliebte Vespa fahren könne. Das ist für mich das Gegenteil von schöpfungsspirituellem Bewusstsein.

Meiner Meinung nach ist es sowieso total unweise, mich über etwas aufzuregen, was ich nicht ändern kann. Und was heißt schon gut? Meist meinen die Leute doch gut für sich selbst. Es ist eine total egoistische und anthropozentrische Sichtweise. Selten wird in Betracht gezogen, was gut für unsere Tierbrüder und –schwestern und die Landschaft ist.

Schlechtes Wetter ist mir absolut fremd. Ich persönlich kann mich nicht erinnern, dass oder wann ich das Wetter mal schlecht gefunden habe. Ich mag jedes Wetter und ich mag bei jedem Wetter raus gehen. Wenn es ein sonnig warmer Tag ist, genieße ich den Geruch und die Frische. Wenn es ein regnerischer, stürmischer Novembermorgen ist, freue ich mich über meine Outdoor Klamotten und dass keiner sonst im Wald unterwegs ist. Ich mag das Wetter und ich sage ihm das auch. „Du bist ein tolles Wetter“.  Und ich habe den Eindruck, dass das Wetter umgekehrt auch sehr freundlich zu mir ist. Wenn ich ausnahmsweise mal ein besonderes Wetter brauche, z.B. beim Kindergeburtstag oder als ich früher Outdoor Trainings gegeben hatte, habe ich ganz oft das Wetter bekommen, das ich brauchte.


Vielleicht sollten das die ganzen Wetter-Beschimpfer*innen mal überlegen. Wenn ich zu jemandem immer total unfreundlich und negativ bin, warum sollte der mir dann freundlich gesonnen sein? Und wenn es in der Schöpfungsspiritualität darum geht, mit den Wesenheiten in einen Dialog zu gehen, dann kann das auch für das Wetter gelten. Dann könnte das Sprichwort abgeändert lauten: Wie man in das Wetter hinein ruft, so kommt es einem entgegen.